Alexandra Helmig im Gespräch mit…


Daniel Man | Künstler

1. Was brauchst Du, um kreativ zu sein? Und was inspiriert Dich?
Im Schutzraum Atelier als Erstes: innere Ruhe. Die Distanz zur Umgebung verschafft den Raum, in dem Kreativität entsteht. Ich werde zum Beobachter. Folglich inspiriert dann so ziemlich alles… Musik oder ein Interview im Hintergrundradio. Die Kunstbücher im Regal… Das einfallende Licht etc. Oder die Inspiration in der Stadt: Die Stimmung der Leute, der städtische Raum. Die Interaktion von allem.. Das Pulsieren der Stadt könnte man sagen…

2. Wer ist Dein Lieblingskünstler und warum?
Ohh.. Schwierige Frage. Es gibt so viele gute Künstler aus so vielen Zeiten. Nicht auf die absolute Gegenwart gerichtet, hätte ich gesagt Beuys! Es ist aber nicht so sehr, was er als Kunst fabriziert hat, sondern in welcher ganzheitlichen Haltung die Kunst eingebettet war. Sehr spannend. Die letzte Ausstellung, die bei mir für enormen Nachhall gesorgt hat, ist die „Weltempfänger“ Ausstellung im Lenbachhaus. Drei Künstlerinnen gegen Ende des 19. Jhd.. Gute Kunst, die sich auch dem Spirituellen verschrieben hat. Georgiana Houghton’s sensible Zeichnungen sind nicht von dieser Welt!

3. Warum ist die Begegnung mit Kunst für Kinder so wichtig?
Kunst hat keine Grenzen – sie hält das Spielerische und die Freiheit in den Kindern aufrecht. Es ist das, was die Kinder in dieser Phase naturgemäß haben. Die Begegnung mit Kunst eröffnet neue Spielräume, andere Perspektiven, gibt Impulse für Neues. In jeglicher Art von Kunst können Kinder darin vollkommen aufgehen, sich vollkommen hingeben.

4. Was wolltest Du als Kind werden?
Ich hatte mit Elf die Vorstellung, dass ich eines Tages Autodesigner werde. Auf jeden Fall wollte ich immer eine kreative Richtung einschlagen. Wenige Jahre später wollte ich zu Disney und Animationszeichner werden.

5. Was ist das Besondere an Deinem Beruf, und was gefällt Dir daran am besten?
Beruf? Ich seh das eher als eine Berufung. Das Besondere ist die Freiheit im Schaffen. Es gibt zwar externe Einflüsse, beispielsweise Trends, die einem suggerieren, was man machen soll, aber im Großen und Ganzen sagt Dir keiner, was du tun sollst. Aber das ist schliesslich auch die Krux an der Kunst. Ganz allein ich soll entscheiden was für eine Kunst ich mache?Beobachterrolle: In der Kunst darf ich beobachten und abbilden. Schöpferrolle: Ich habe eine Idee und darf sie von Anfang bis zum Ende umsetzen. Wie Meister Geppetto mit seinem Pinocchio. Auch wenn die Kunst als Beruf unter allen anderen Professionen rausfällt, finde ich doch dass sie eine große Verantwortung hat. Ganz nebenbei ist der therapeutischer Ansatz der persönlichen Entfaltung und Verarbeitung nicht zu verachten…

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Am 21.10.2019 wurde mit der „Werkstatt-Vernissage“ des Künstlers Daniel Man eine neue Veranstaltungs-Reihe im Kinderkunsthaus eröffnet. Die Veranstaltung bildete zugleich den Abschluss der Reihe „Werkstattgespräche“, die 2019 unter dem Motto „Kreativität“ stand. Eigens zu dieser Themenreihe hat Daniel Man sein neuestes Kunstwerk mit dem Titel „Ein Sprung ins Leere“ geschaffen, das er exklusiv in unserer Werkstatt präsentierte. Daniel Man gab zudem Einblicke in seine Kunst, seinen Werdegang und sein Werk. Seine Kreativität spiegelt sich eindrucksvoll in seinem Werk, Abstraktion trifft darin auf Figuration, Text auf Bild, traditionelle Handwerkskunst auf StreetArt. Seine Werke – meist raumbezogene Installationen – zeigen die Vielfalt seines Schaffens und sind in großen Museen und Galerien zu sehen, u.a. in Bremen, Wuppertal, Hamburg, Leipzig, im Lenbachhaus in München und nun auch im Kinderkunsthaus. Das Kunstwerk „Ein Sprung ins Leere“ hängt in unserem Eingangsbereich und kann zu den regulären Öffnungszeiten des Offenen Programms (Di bis Fr 14 – 18 Uhr,  Sa/So 10 – 18 Uhr) besichtigt werden. Am Mi, 26.2.2020 bieten wir den Ferien-Workshop „Schicht um Schicht – wir entdecken Daniel Man“ für 6- bis10-Jährige an, in dem wir uns mit dem Schaffen und den Stilmitteln des Münchner Künstlers beschäftigen.


 
Rudi Hurzlmeier alias Hu | Hirameki-Künstler

1. Was brauchst Du, um kreativ zu sein? Und was inspiriert Dich?
Für kreative Einfälle genügen mir einige Wolken und ein wenig Wind. Momentan inspirieren mich besonders Insekten.

2. Wer ist Dein Lieblingskünstler und warum?
Das sind sehrsehr viele – und ich bewundere sie natürlich alle für ihre Kunstfertigkeit.

3. Warum ist die Begegnung mit Kunst für Kinder so wichtig?
Weil man schon sehr früh wunderbare Kunst machen kann. Wunderbare Pfannkuchen backen kann man erst später.

4. Was wolltest Du als Kind werden?
Ich glaube, ich wollte immer schon Künstler werden – jedenfalls kein Bäcker.

 5. Was ist das Besondere an Deinem Beruf, und was gefällt Dir daran am besten?
Man kann immer Sachen machen, die man sich selber ausgedacht hat. Und niemand darf einem dreinquatschen.

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Timo Becker | Illustrator

1. Was brauchst Du, um kreativ zu sein? Und was inspiriert Dich?
Je nachdem, in welche Richtung die Form der Kreativität gehen soll, kann mir sehr unterschiedliche Musik helfen. Oder totale Stille. Wichtig ist für mich in jedem Fall ein Stift in der Hand. Auch wenn ich nichts Visuelles entwickle, hilft mir die Gestaltung einfacher Formen im kreativen Denkprozess. Die Inspiration kommt aus der Welt um mich herum, wenn ich in der Lage bin, sie richtig zu betrachten. Aber das ist ein ziemlich großes Thema.

2. Wer ist Dein Lieblingskünstler und warum?
Um ehrlich zu sein, habe ich keinen Lieblingskünstler, und ich mache mir nicht wirklich viel aus Kunst. Es gibt eine Menge Illustratoren und Designer, die mich fasziniert und beeinflusst haben. Um nur einige zu nennen: Janosch, Sven Nordqvist, Shaun Tan, Edouard Guiton. Aber mein Denken wurde von Steve Jobs völlig revolutioniert.

3. Warum ist die Begegnung mit Kunst für Kinder so wichtig?
Ich glaube, dass fast jedes Kind Freude am Schaffen hat. Zumindest so lange, bis jemand das Ergebnis verunglimpft. Für mich war Zeichnen schon immer ein gro?es Hobby, und ich denke, dass ich nur durch das alltägliche Zeichnen im Skizzenbuch gelernt habe, meine Umgebung wirklich wahrzunehmen. Felix Scheinberger hat mich sehr inspiriert, die Skizze als geistige Notiz zu verwenden.

4. Was wolltest Du als Kind werden?
Naturwissenschaftler! Ich war total fasziniert von der Natur und ihren Bewohnern, und ich wollte mein Leben in Steppen und Urwäldern verbringen. Die Frage, ob ich Comic-Künstler werden wollte, war eher nervig. Das Zeichnen zu meinem Beruf zu machen, erschien mir utopisch, und bis zum Ende meiner Schulzeit betrachtete ich das Zeichnen als reines Hobby.

5. Was ist das Besondere an Deinem Beruf und was gefällt Dir daran am besten?
Ich kann Dinge schaffen, die mir selbst gefallen oder die ich als Kind gerne gehabt hätte. Das ist etwas ganz Besonderes. Durch meine Unabhängigkeit kann ich auch immer wieder neu filtern, an welchen Projekten ich wirklich arbeiten möchte und vor allem völlig neue Bereiche ausprobieren, wie zum Beispiel die Spieleentwicklung.

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Moritz Welker | Designer

1. Was brauchst Du, um kreativ zu sein? Und was inspiriert Dich?
Inspiration ist überall. Die meisten Inspirationen und die besten Ideen entstehen in der Freizeit – beim Nichtstun, Kaffeetrinken, Spazierengehen – so hat man genügend Zeit, um die Gedanken zu denken, die einen in die richtige Richtung führen könnten.

2. Wer ist Dein Lieblingskünstler und warum?
Ich habe jetzt ernsthaft eine Woche Zeit gehabt, darüber nachzudenken, … Mir sind viele eingefallen, die großartige Dinge schaffen und die ich bewundere, aber aus all diesen Menschen einen „Liebling“ auszuwählen, wäre falsch. Was sie alle gemeinsam haben, ist, dass sie Menschen sind, die einer starken Überzeugung folgen und ihre Umwelt in allen Bereichen konsequent gestalten und überall ein unverwechselbares Zeichen hinterlassen.

3. Warum ist die Begegnung mit Kunst für Kinder so wichtig?
Jede Form der Kunst ist ein Ausdruck, also auch irgendwie eine Sprache, die wir als Menschen nie vergessen dürfen. Je früher wir uns mit allen Medien, die uns umgeben, auseinandersetzen, desto besser können wir uns in ihnen ausdrücken und anderen sagen, was wir denken und fühlen. Ich glaube, dass kaum eine Sprache die Möglichkeit bietet, sich so auszudrücken, wie die Kunst es kann.

4. Was wolltest Du als Kind werden?
Oh… haha, ich war sehr sprunghaft. Von Astronaut über Krankenschwester bis hin zu Batman war alles dabei.

5. Was ist das Besondere an Deinem Beruf, und was gefällt Dir daran am besten?
Ich denke, der goldene Käfig der Selbstbestimmung ist etwas Besonderes. Als freiberuflicher Designer muss man lernen, zwischen Pflicht und Kür zu jonglieren.
Aber das Schöne daran ist der ständige Wechsel zwischen reiner Dienstleistung und künstlerischem Austoben an persönlichen Projekten. Kaum ein anderer Beruf bietet diesen Grad an Freiheit.

Photo: Felix Wichert

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Anemone Kloos | Illustratorin

1. Was brauchst Du, um kreativ zu sein? Und was inspiriert Dich?
Die Welt um mich herum inspiriert mich. Auch Musik und Literatur, Abenteuer, Träumen und Nichtstun. Aber vor allem die wechselnden Farben der Jahreszeiten.

2. Wer ist DeinLieblingskünstler und warum?
Ich bin ein großer Bewunderer der französischen Illustratorin Rebecca Dautremer. Ich kann mich für Klimt und die Formensprache van Goghs, für Dima Rebus, aber auch für große Street Artists wie BEZT und SAINER begeistern.

3. Warum ist die Begegnung mit Kunst für Kinder so wichtig?
Kunst bietet eine wunderbare Möglichkeit, sich auszudrücken und anderen zu zeigen, zumindest in gewissem Maße, wie man die Welt sieht oder wie man sie gerne sehen würde. Das Schöne an der Kunst ist, dass alles möglich ist.

4. Was wolltest Du als Kind werden?
Ich wollte eigentlich immer das Zeichnen zu meinem Beruf machen, auch wenn ich damals noch keinen Begriff dafür hatte. Und ich glaube mich zu erinnern, dass ich, als ich noch sehr klein war, Madonna werden wollte. Wie gut, dass das nicht geklappt hat.

5. Was ist das Besondere an Deinem Beruf, und was gefällt Dir daran am besten?
Am besten gefällt mir die Freiheit und die Freiheit der Unabhängigkeit und die ständige Veränderung. Ich liebe es, Geschichten in Bildern zu erzählen und meinen Figuren ein Gesicht, einen Geist und eine Persönlichkeit zu geben. Oft fiebere ich mit ihnen, lache oder staune mit meinen Protagonisten, bis ihre Geschichte erzählt wird. Dann erfinde ich neue Menschen und neue Welten.

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Stefan Wilkening | Sprecher | Schauspieler | Schirmherr des Kinderkunsthauses

1. Was brauchst Du, um kreativ zu sein? Und was inspiriert Dich? 

Einen guten Text, ein gutes Theaterstück, das meine Phantasie anregt. Dann entstehen Bilder in meinem Kopf und die versuche ich nach außen zu transportieren. Inspirierend finde ich es, zu jeder Zeit und bei jeder Gelegenheit und an allen möglichen Orten Menschen beobachten zu dürfen.

2. Wer ist Dein Lieblingskünstler und warum?
Sir Peter Ustinov, leider schon tot. Zum einen, weil er einer der letzten Universalgenies war (Schriftsteller, Komponist, Entertainer, Dokumentarfilmer, Regisseur, Schauspieler), zum anderen, weil er sich als Schauspieler seine Kindlichkeit bewahrt hat. Bei ihm stimmt der Satz wirklich: Er hat sich seine Kindheit in die Tasche gesteckt und ist los gelaufen.

3. Warum ist die Begegnung mit Kunst für Kinder so wichtig?
Ich habe das Gefühl, dass Kinder heute sehr früh unter einem Leistungs- und Termindruck stehen. Die Kunst bietet dagegen einen wunderbaren Freiraum: Sich einfach nur ausdrücken – ohne Erwartungsdruck, in welcher Form auch immer. Das ist Kunst im besten und im kindlichen Sinn.

4. Was wolltest Du als Kind werden?
Als erstes Schlagersänger, dann Pfarrer mit Ziel Papst, später dann Schaffner (heute heißt das Zugbegleiter) und dann Sportreporter. Ich wurde schließlich Schauspieler – eigentlich logisch.

5. Was ist das Besondere an Deinem Beruf, und was gefällt Dir daran am besten?
Das Besondere ist, dass ich in andere Welten eintauchen darf und andere (das Publikum) auch noch mitnehmen kann. Das Schönste ist, dass ich Menschen mit meinem Beruf glücklich machen kann.

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Lea Grebe | Malerin | Goldschmiedin | Kunstpädagogin

1. Was brauchst Du, um kreativ zu sein? Und was inspiriert Dich?
Musik, Ruhe, Zeit – und meine Lieblingspinsel und -farben.

2. Wer ist Dein Lieblingskünstler und warum?
Die Frage kann man wohl kaum mit einer eindeutigen Antwort beantworten. Bei mir gibt es immer wieder neue und unterschiedliche Künstler/innen, welche mich phasenweise beschäftigen und interessieren. Momentan z.B. Wolfgang Laib, der mit seinen zarten Arbeiten aus Blütenstaub thematisch an meine Beschäftigung mit Insekten angrenzt und unglaublich faszinierende Arbeiten mit dem Naturmaterial erschafft.

3. Warum ist die Begegnung mit Kunst für Kinder so wichtig?
Kunst gibt Kindern die Möglichkeit neue Erfahrungen zu machen, sich auszuprobieren und unbeschwert mit ihren Mitteln umzugehen – ganz in Farbe und Material einzutauchen. Es entspricht dem von Natur aus gegebenen Drang, sich auszudrücken und mitzuteilen, fördert die Kreativität und Flexibilität im Umgang mit den unterschiedlichsten Dingen, die im Alltag immer wieder von einem gefordert werden. Ist Schutzraum und Rückzugsort.

4. Was wolltest Du als Kind werden? Gemüsehändlerin – wahrscheinlich, da ich immer gerne mit meinem Kaufladen gespielt habe.

5. Was ist das Besondere an Deinem Beruf, und was gefällt Dir daran am besten?
Alles. Es ist genau das, was ich den Rest meines Lebens machen möchte.


 
Julia Schneider | Innenarchitektin

1. Was brauchst Du, um kreativ zu sein? Und was inspiriert Dich?
Mich inspirieren Erlebnisse, Reisen, Natureindrücke, Ausstellungen, Kunst,  Musik, Theater, Happenings und Freunde. Ich liebe es, mit Freunden kreativ zu sein.

2. Wer ist Dein Lieblingskünstler und warum?
Ernst Ludwig Kirchner beschäftigte mich schon als Jugendliche. Mein
Interesse wurde durch meinen von mir heiß verehrten Kunstlehrer und durch meine Leidenschaft, dem Skifahren in der Schweiz, geprägt. Nach Skitouren in Davos komme ich immer mal auf die Stafelalp oberhalb von Frauenkirch nahe Davos. Hier hat auch Ernst Ludwig Kircher vor seinem Tod gelebt. Sein Schaffen in Davos ist beeindruckend und im auch architektonisch wertvollen Kirchner-Museum in Davos-Platz zu besichtigen.

3. Warum ist die Begegnung mit Kunst für Kinder so wichtig?
Kunst zeigt Kindern, dass es bedeutend und lebens(er)füllend sein kann, sich auszudrücken. Sowohl in der bildenden Kunst auf Papier, Leinwand, Holz und Stein als auch auf der Theaterbühne oder mit einem Instrument.

4. Was wolltest Du als Kind werden?
Ich habe es geliebt vorzulesen und wollte Nachrichtensprecherin werden.

5. Was ist das Besondere an Deinem Beruf, und was gefällt Dir daran am besten?
Inspiration, Zeichnung, Realisation. Mein Beruf der Innenarchitektin ist so  schön, da ich täglich Objekte und Räume erschaffe. Das Schönste ist es, nach Vollendung eines Projektes die erste Skizze hervor zu nehmen und den Entwurfsprozess nachzuvollziehen.


 
Kirsten Scholz | Architektin

1. Was brauchst Du, um kreativ zu sein? Und was inspiriert Dich?
Absolute Ruhe und viele Assoziationsbeispiele, die ich mir aus den unterschiedlichsten kreativen Bereichen herausfiltere…Kunst, Fotografie, Theater, Filme, Musik und gute Architektur natürlich. Reisen, neue Orte, Menschen und Kulturen kennenlernen … von jeder einzelnen Reise lasse ich mich inspirieren, auch wenn sie noch so klein ist.

2. Wer ist Dein Lieblingskünstler und warum?
Julius Shulmann, Klaus Kinold und wie die beiden spannende Blickwinkel von Architektur in der Fotografie zeigen.

3. Warum ist die Begegnung mit Kunst für Kinder so wichtig?
Kunst zeigt ihnen, dass es auf gleiche Dinge unterschiedliche Sichtweisen gibt. Es schult das eigene Auge, man kann dadurch RICHTIG sehen lernen. Man erkennt z.B. Unterschiede im Pinselstrich. Man wird sensibilisiert für das Detail. Kunst kann entspannen, aufregen, inspirieren, berühren usw.

4. Was wolltest Du als Kind werden?
Fotografin oder Kamerafrau.

5. Was ist das Besondere an Deinem Beruf, und was gefällt Dir daran am besten?
Ich versuche einen räumlichen Maßanzug auf die Bedürfnisse des Bauherren zuzuschneidern. Das heißt, ich muss gut zuhören und versuchen, die Bilder, welche im Kopf des Bauherren durch persönliche Eindrücke und Emotionen entstehen, in Architektur umzusetzen. Wenn ich das ansatzweise schaffe, meine Architektur die vorgestellte Atmosphäre erzeugt und die Bilder wiederspiegelt, dann ist das ein tolles Gefühl.


 
IRMA alias Jasmin Khezri | Illustratorin

1. Was brauchst Du, um kreativ zu sein? Und was inspiriert Dich? 

Platz, Licht und viel frische Luft. Menschen & Orte inspirieren mich.

2. Wer ist Dein Lieblingskünstler und warum?
Luc Tuymans, da mich seine Farben, die Blässe und das Licht in seinen Bildern faszinieren.

3. Warum ist die Begegnung mit Kunst für Kinder so wichtig?
Damit sie ewig Kinder bleiben, sich an eine schöne Zeit erinnern und die Leichtigkeit nicht so schnell beiseite legen. Die Kunst ist der Schlüssel, um loslassen zu können und weiter zu ziehen.

4. Was wolltest Du als Kind werden?
Ein Star.

5. Was ist das Besondere an Deinem Beruf, und was gefällt dir daran am Besten?
Das sich meine Aufgaben und Herausforderungen immer wieder ändern. Ich erfinde mich immer wieder neu durch meinen gezeichneten, virtuellen Character IRMA. Manchmal ist sie so, wie ich gerne wäre, bin oder einmal sein werde.


 
Andreas Klostermaier | Software-Entwickler

1. Was brauchst Du, um kreativ zu sein?
Und was inspiriert Dich? Um kreativ zu sein brauche ich Musik von J.S.Bach, ein weisses Blatt Papier, einen Stift und Zeit. Bei mir entstehen Ideen für Software-Projekte zuerst auf dem Papier und mangelnde Zeit ist für mich das grösste Kreativ-Hindernis. Inspirieren lasse ich mich eigentlich von allem: das kann ein Buch sein, ein aufgeschnapptes Zitat oder ein Blick aus dem Fenster. Meine letzte Inspiration hatte ich heute morgen beim Zerlegen und Betrachten einer hölzernen Camembert-Verpackung.

2. Wer ist Dein Lieblingskünstler und warum?
Den Einen Lieblingskünstler habe ich nicht – dafür ist das Thema Kunst zu weit und die Anzahl der von mir bewunderten Künstler zu gross. Aber ich könnte Mark Lombardi hervorheben: seine reduzierte Art, soziale oder politische Zusammenhänge typografisch zu visualisieren, bis sie sich in faszinierenden Mustern manifestieren und dadurch zu Kunst werden, kommt meiner eigenen Wahrnehmung der Wirklichkeit sehr nahe.

3. Warum ist die Begegnung mit Kunst für Kinder so wichtig?
Die Kinder wachsen heute in einer hyperrationalisierten Gesellschaft auf. Die Konzentration auf Vernunft, Leistung und Effizienz beginnt schon in der Grundschule. Selbst Körpererfahrung (wie im Sport) ist mittlerweilen der Messtechnik durch Apps unterstellt und der Kontakt mit der Natur ist auf das Minimum reduziert. Vielleicht ist Kunst (neben der Religtion) die letzte Chance für Kinder, diejenigen substantiellen und sinnlichen Wesenszüge des menschlichen Seins zu erfahren, die nicht der Rationalität gehorchen. Das mag seltsam aus dem Munde eines Programmierers klingen, aber Software-Entwicklung kann genauso kreativ und irrational sein wie die Schaffung eines Gemäldes oder eines Musikstückes!

4. Was wolltest Du als Kind werden?
Ägyptologe! Und wenn das nicht klappen sollte, dann Ägyptologe, oder alternativ Ägyptologe. Zur Not hätten es auch Archäologe oder Paläontologe getan (also auf jeden Fall etwas mit “ä”). Ich bin dann aber schliesslich Schriftsetzer geworden.

5. Was ist das Besondere an Deinem Beruf, und was gefällt Dir daran am besten?
Als Programmierer muss man komplexe Sachverhalte in einfache Einzelschritte zerlegen – man ist dadurch gezwungen den Gegebenenheiten auf den Grund zu gehen, anstatt sie einfach nur hinzunehmen. Dabei bekommt man einen tiefen Einblick in die Natur der Dinge und das Gefühl, etwas an der Wurzel ändern zu können. Das ist überaus faszinierend und macht für mich das Besondere am Beruf aus. Dazu kommt, dass sich die abstrakte Technik des Programmierens auf alle möglichen Sachgebiete anwenden lässt – so konnte ich die Liebe für meinen Lehrberuf (Schriftsetzer) und die Liebe für den Computer im Beruf verbinden indem ich mich auf Softwarelösungen im grafischen Gewerbe spezialisiert habe.


 
Lola Paltinger | Trachten Designerin

1. Was brauchst Du, um kreativ zu sein? Und was inspiriert Dich?
In jedem Fall brauche ich eine gewisse innere und äußere Ausgeglichenheit, meine Familie, Kunst, Natur- eigentlich Dinge, die mich erfüllen, aber gar nicht unbedingt nur mit Mode zu tun haben. Oft kommen mir die besten Ideen, wenn ich mich in entspanne und mit ganz anderen Dingen, also Mode, befasst bin. Aber auch unter Druck entstehen oft gut Ideen.

2. Wer ist Dein Lieblingskünstler und warum?
Ich mag Künstler mit Hintergrund, deren leben sich in ihren Werken widerspiegelt. Zum Beispiel beeindruckt mich sehr das Leben und Werk Frida Kahlos. Aber auch zeitgenössiche Künstler, wie Neo Rauch, deren Bilder Geschichten erzählen und so vielseitig sind.

3. Warum ist die Begegnung mit Kunst für Kinder so wichtig?
Kinder sollten unbeschwert an Kunst herangeführt werden, dies kann meiner Ansicht nach in wirklich zartem Alter sein. Kunst ist bereichernd und kann die Kreativität sehr fördern, was auch im Alltagsleben wichtig ist. Dabei finde ich wichtig, dass man einzelne Werke nicht mit Kindern überanalysiert, sondern die Kunst einfach nur wirken lässt.

4. Was wolltest Du als Kind werden?
Bei mir ging es immer in Richtung Tierarzt oder Steptänzerin, auch lustig, wenn man heute darüber nachdenkt.

5. Was ist das Besondere an Deinem Beruf, und was gefällt Dir daran am Besten?
Ich kann mich herrlich ausleben auf der einen Seite mit meinen Couture Kollektionen, arbeite aber auf der anderen Seite auch sehr kundenorientiert z.B. im Bereich Teleshopping. Vielseitigkeit fordert enorme Flexibilität und immer neue Herausforderungen, man wächst immer wieder an seinen Aufgaben.


 
Judith Milberg | Designerin und Kunsthistorikerin

1. Was brauchst Du, um kreativ zu sein? Und was inspiriert Dich? Eigentlich brauche ich nur einen speziellen Raum: Meine Werkstatt. Sie ist für mich geistiger Rückzugsort und kreativer Ansporn, sie bedeutet Ruhe und Aktivität und ist einfach nur inspirierend. Dorthin trage ich alle meine Ideen, meine Projekte und realisiere sie in meiner Denkwerkstatt.

2. Wer ist Dein Lieblingskünstler und warum?
Für eine Kunsthistorikerin wie mich ist das natürlich die allerschlimmste Frage, denn ich liebe die Kunst und verehre viele Künstler durch die verschiedenen Epochen der Kunstgeschichte. Darunter sind zum Beispiel Tizian, Cezanne, Picasso und Baselitz – und schon bin ich unglücklich, weil ich noch 30 weitere Namen nennen müsste.

Ich schätze Künstler besonders, die etwas noch nie Dagewesenes in der Malerei entdeckt haben, die ihrer Zeit voraus waren und die nächste Epoche geprägt haben.

3. Warum ist die Begegnung mit Kunst für Kinder so wichtig?
Weil Kinder im wahrsten Sinne des Wortes geborene Künstler sind. Die große Herausforderung für alle Eltern ist in meinen Augen, diese kostbare angeborene Kreativität der Kinder so lange wie möglich zu schützen und zu erhalten. Meist geht das mit der Schule traurigerweise verloren….

4. Was wolltest Du als Kind werden?
Erst Tierärztin und dann Museumsdirektorin. Wohlgemerkt: Direktorin!

5. Was ist das Besondere an Deinem Beruf, und was gefällt Dir daran am besten?
Ich habe das unglaubliche Glück, dass ich meine Leidenschaft und Begabung zu meinem Beruf machen konnte. Ich bin im besten Sinne frei, weil nur mit einem offenen Geist und freien Gedanken Kreativität und künstlerisches Arbeiten möglich ist. Und da sind wie wieder in meiner Werkstatt…