WERKSTATTGESPRÄCHE: Erwachsen SEIN. Neugierig BLEIBEN.

Neugier kennt kein Alter. Im März 2017 begann die Reihe „Werkstattgespräche im Kinderkunsthaus“. Mit spannenden Gästen aus Wissenschaft, Kunst und Kultur sprechen wir über die bewegenden Themen unserer Zeit, über gelingendes Leben, den Sinn der Kunst, über Neurobiologie und Genforschung, über das, was uns in der Zukunft erwartet und das, was uns die Vergangenheit lehrt.

Mit den Werkstattgesprächen wollen wir Denkanstöße geben, uns und andere für Neues öffnen, für wichtige Themen sensibilisieren und zum Nachdenken über das eigene Leben und die Welt anregen. Moderiert werden die Veranstaltungen von Sylvia Griss vom Bayerischen Rundfunk (ttt/ARD und Capriccio/BR).

Werkstattgespräche im Kinderkunsthaus 2018: Die Welt von morgen – den Wandel gestalten

Wir befinden uns in einer Zeit des Wandels. Unsere Lebens- und Arbeitswelt wird sich in den kommenden zwanzig Jahren in einem Maße verändern, das wir heute noch gar nicht absehen können. Vielfach wird die Zukunft als unsicher, fremdbestimmt und beängstigend empfunden. Zugleich aber ist es eine Zeit, in der neue Ideen, neue Möglichkeiten und Perspektiven entstehen. An drei Abenden sprechen wir mit Experten aus Erziehungswissenschaften und Zukunftsforschung darüber, wie wir unsere Kinder auf die Herausforderungen einer noch ungewissen Zukunft vorbereiten können, wie eine neue, zukunftsfähige Lernkultur aussehen kann und auf welche Veränderungen wir uns einstellen müssen. Jenseits von destruktiver Weltuntergangsstimmung und unkritischem Alles-wird-gut-Optimismus werfen wir einen Blick in die Zukunft und diskutieren darüber, welche Weichen wir heute schon stellen können, um auf den gesellschaftlichen Wandel vorbereitet zu sein und ihn selbst mitzugestalten.

Werkstattgespräche | Programm 2018

Diese Werkstattgespräche haben 2018 bereits stattgefunden:

Mo, 15.10.2018 I 19.30 Uhr | Prof. Dr. Reinhold Popp: „Zuversicht statt Zukunftsangst. Die Welt im Wandel – der Mensch im Mittelpunkt.“

In Zeiten des Wandels haben Zukunftsvisionen und Zukunftsängste Konjunktur. Wir wollen an diesem Abend darüber sprechen, was uns die Forschung realistisch über unsere Zukunft und künftige Lebensqualität sagen kann und wie Zukunftsangst und Zuversicht mit unserer Sehnsucht nach Sicherheit und der Macht unseres Unterbewusstseins zusammenhängen. Auf der Grundlage wissenschaftlicher Analysen sollen aber auch Antworten auf konkrete Zukunftsfragen gegeben werden: Wie realistisch ist die Angst vor den Technikfolgen der Digitalisierung? Nehmen uns Roboter die Arbeitsplätze weg? Kommt schon bald die Herrschaft der künstlichen Superintelligenz über die Menschheit? Droht ein Krieg der Generationen? Hat die heutige Jugend künftig wirklich schlechte Jobchancen? Ist die Familie ein Auslaufmodell? Werden wir bis 70 arbeiten? Wird die Arbeitswelt radikal flexibilisiert? Bricht das staatliche Rentensystem schon bald zusammen? Verschwindet die Mittelschicht? Wie bedrohlich ist die Zuwanderung?

Kurzvita
Univ.-Prof. Dr. Reinhold Popp ist einer der wenigen Hochschullehrer im deutschsprachigen Raum, die sich systematisch mit Zukunftsforschung beschäftigen. Er forscht, lehrt und publiziert zu Grundlagen und Grundfragen der Zukunftswissenschaft, leitet das „Institute for Futures Research in Human Sciences“ an der Sigmund Freud-Privatuniversität Wien, ist Gastwissenschaftler am Institut Futur (Masterstudiengang für Zukunftsforschung) der Freien Universität Berlin, Berater von Politik und Wirtschaft sowie Autor und Herausgeber einer Vielzahl von Publikationen zur Zukunftsforschung.


© Christian Schneider

Mi, 07.03.2018 | 19.30 Uhr | Lienhard Valentin: „Lernen für die Welt von Morgen“
An diesem Abend geht es um die Frage, wie wir Kinder auf eine Zukunft vorbereiten können, die heute noch vollkommen unvorhersehbar ist. Vor dem Hintergrund einer sich immer schneller verändernden Gesellschaft, steht auch die Bildung vor einer neuen Aufgabe, die bisher noch kaum erkannt wurde. Mit dem Vermitteln eines umfassenden Wissens ist es nicht mehr getan! Um den Herausforderungen der Zukunft gewachsen zu sein, müssen Kinder lernen, kreativ, verantwortungsvoll und mit Weitsicht auf die Welt zuzugehen, sich in ihr zu orientieren und zu angemessenen Antworten auf die Fragen zu finden, die sich ihnen stellen.

Kurzvita
Lienhard Valentin ist ein international bekannter Achtsamkeitslehrer, Gestaltpädagoge und Buchautor. Er gründete den Arbor Verlag, den Verein „Mit Kindern wachsen“ und die gemeinnützige Arbor-Seminare gGmbH. Sein Schwerpunkt liegt in der Integration von Achtsamkeit und Mitgefühl ins tägliche Leben – vor allem auch von Eltern und Pädagogen.

Weitere Termine für 2019 in Planung

Rückblick
Werkstattgespräche im Kinderkunsthaus 2017 – [Fürs] Leben lernen
Das Thema der Veranstaltungsreihe 2017 lautete: [Fürs] Leben lernen. Was brauchen Kinder heute, um glückliche Erwachsene zu werden, wie können sie wachsen und sich entfalten, welche Bedeutung haben dabei die zwischenmenschlichen Beziehungen und wie können (und sollten) wir sie gestalten? An drei Abenden in diesem Jahr stehen die Themen Wachstum, Werte und Beziehungen im Mittelpunkt. Mit Experten aus den Bereichen Psychologie, Erziehungs- und Neurowissenschaften sprechen wir über den aktuellen Stand der Wissenschaften und ganz konkret darüber, wie wir Kindern beim Start ins Leben helfen können.

Mi, 08.11.2017 I 19.30 Uhr
Prof. Dr. Joachim Bauer: „Beziehung, Resonanz, Kooperation - Was Eltern und Lehrkräfte von der Hirnforschung lernen können.“

Die Erkenntnisse der Gen- und Hirnforschung zeigen, dass Menschen nicht primär auf Egoismus und Konkurrenzdenken ausgerichtet sind, sondern auf Kooperation und Resonanz. Anerkennung, Wertschätzung, Zuwendung und Vertrauen sind der neurobiologische Treibstoff der Motivationssysteme. Das Gehirn belohnt gelungene Beziehungen durch Ausschüttung von Botenstoffen, die gute Gefühle und Gesundheit erzeugen. Gute Beziehungen sind so die fundamentale Voraussetzung für Lebensfreude, Motivation und Leistungsbereitschaft. An diesem Abend sprechen wir darüber,  wie unser „social brain“ funktioniert, welche Bedeutung zwischenmenschliche Beziehungserfahrungen und die Art, wie wir selbst Beziehungen gestalten, auf die biologischen Abläufe – und damit auf die Gesundheit – unseres Körpers haben und wie sich konkret die Erkenntnisse der modernen Neurowissenschaften für die Pädagogik, aber auch für den ganz normalen Alltag nutzbar machen lassen.

Kurzvita
Joachim Bauer, geboren 1951 in Tübingen, ist Arzt und Neurobiologe mit Ausbildung als Internist, Psychiater und Psychosomatischer Mediziner, Universitätsprofessor an der Universität Freiburg im Bereich Psychoneuroimmunologie und als Oberarzt in der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie des Uniklinikums Freiburg tätig. Prof. Joachim Bauer zählt zu den renommiertesten Wissenschaftlern innerhalb der deutschsprachigen Psychiatrie und Psychosomatischen Medizin und ist Autor viel beachteter Sachbücher. Das Magazin “CICERO” zählt Joachim Bauer seit Jahren zu den einflussreichsten deutschsprachigen Intellektuellen.

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Prof. Dr. Joachim Bauer


Foto-Copyright: Prof. Bauer

Kinder brauchen Werte, Kinder wollen Werte, weil sie Halt und Orientierung geben. Doch zugleich reiben sich Kinder und Jugendliche an Werten, stellen sie infrage, testen sie auf ihre Wahrhaftigkeit hin aus.

Soziale und moralische Entwicklungsaufgaben sind zentrale Momente im Lebenslauf von Heranwachsenden, bei denen sie Begleitung und Unterstützung durch Erwachsene erfahren müssen. Sie dürfen sich dieser Aufgaben nicht entziehen, will man die Kinder nicht halt- und orientierungslos machen.

Im Vortrag geht es um Werte wie Zivilcourage, Selbstbewusstsein, Eigenständigkeit, Mitgefühl, Respekt und Achtung vorm Mitmenschen und wie Eltern und Pädagogen diese alters- und entwicklungsgerecht vorleben und vermitteln können.

Kurzvita:
Der promovierte Erziehungswissenschaftler Jan-Uwe Rogge arbeitete als Familien- und Kommunikationsberater und ist einer der erfolgreichsten deutschsprachigen Autoren zu den Themen Kinder und Erziehung. Die Themen seiner Bücher umfassen Familienberatung, Familienbildung, Kinder begleiten, Kinder stärken, Eltern stärken, Ängste von Kindern sowie die Phasen der kindlichen Entwicklung: Baby, Trotz, Schulalter bis zur Pubertät. Eine besondere Bedeutung hat dabei das Thema Werte in der Erziehung.

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Dr. Jan-Uwe Rogge


Foto-Copyright: Stephanie Schweigert

Mo, 27.03.2017 I 19.30 Uhr
Prof. Dr. Michaela Brohm-Badry: „Don't Stop Me Now: Wie wir Kinder und Jugendliche glücklich, charakterfest und leistungsstark machen.“

Menschen wollen wachsen, sich entfalten und lernen – das zeigen die Befunde der Motivationsforschung und Positiven Psychologie. Motivation ist eine wichtige Lebens- und Lernenergie, positive Emotionen und klare Werte sind die Basis für den Entwicklungserfolg.

Was können wir tun, damit unsere Kinder, unsere jugendlichen Lerner, unsere Schülerinnen und Schüler anfangen, dranbleiben, abschließen? Wie bewegen wir? Und auch: Wie können wir Menschen unterstützen, sich selbst zu motivieren, integer und glücklich zu sein? Was wirkt?

In enger Verzahnung von Input und Praxis lernen Sie an diesem Abend die Grundlagen der Leistungsmotivationsforschung und Positiven Psychologie kennen und können diese sofort in wissenschaftlich gesicherten Übungen ausprobieren. Die Inhalte können Sie zuhause, im Berufsalltag mit Ihren Lernenden, Ihren Kindern oder zur eigenen Motivationssteigerung einsetzen.

Kurzvita
Prof. Dr. Michaela Brohm-Badry ist Professorin für Empirische Lehr-Lern-Forschung und Didaktik sowie Dekanin des Fachbereichs Erziehungs- und Bildungswissenschaften, Philosophie und Psychologie an der Universität Trier. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Motivation, Lernen und Positive Psychologie. Es geht also um die Frage, wie Menschen wachsen; es geht um die Energetisierung von Mensch und Organisation. Michaela Brohm-Badry ist Präsidentin der “Deutschen Gesellschaft für Positiv-Psychologische Forschung” (DGPPF).

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Prof. Dr. Michaela-Badry
Wie Menschen wachsen